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Die unbequeme Wahrheit über kreative Arbeit und wie du trotzdem kreativ schreibst

Mit diesen drei Strategien erfolgreicher Kreativer lernst auch du kreatives Schreiben und bleibst motiviert.

von Renate Naber

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Viele träumen davon, dass ihr Debütroman ein Bestseller wird und sie so über Nacht erfolgreich werden. Die Vorstellung ist: wenn du etwas zu sagen hast, dann werden Leute dir schon zuhören.

 

Die unbequeme Wahrheit über kreatives SChreiben

Es tut mir leid, so deutlich zu sein: Es kann Monate, Jahre oder länger dauern, bis deine Arbeit Anerkennung bekommt. Das Klischee des armen Künstlers hält sich aus gutem Grund: Es kann sein, dass du jahrelang arbeitest und der Erfolg trotzdem ausbleibt.

 

Franz Kafka, heute einer der bekanntesten Autoren des 20. Jahrhunderts, hat während seines Lebens kaum Anerkennung für seine Werke bekommen. Nicht nur, dass niemand seine Texte las, kaum jemand wusste überhaupt, dass es ihn gab!

In vielen anderen Berufsfeldern gibt es eine Art Erfolgsgleichung. Mehr Arbeit bedeutet mehr Erfolg/ Geld/ Anerkennung. Diese Gleichung geht für uns Kreative nicht auf. Auch wenn du von morgens bis abends schreibst, hast du keine Garantie dafür, dass du Anerkennung für deine Arbeit bekommst.

 

Da ist niemand, der uns über die Schulter schaut und uns für die 500 oder 1000 oder 2000 geschriebenen Worte lobt. Selbst wenn du die ganze Woche hochkonzentriert gearbeitet hast, am Ende bist du allerdings selbst die Einzige, die weiß, welche Arbeit du geleistet hast.

 

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Vorsicht bei Abkürzungen!

Du musst nicht Kafka sein, um zu erkennen, dass das demotivierend ist. In ihrer Verzweiflung gehen viele Kreative auf die Suche nach Abkürzungen zum Erfolg. Wenn du “kreativ schreiben lernen” googelst, findest du Quacksalber und Gurus, die dir den schnellen Erfolg verkaufen wollen.

 

Wenn es keine vorgezeichneten Wege gibt, ist es leicht, Leuten zu vertrauen, die dir eine Karte mit dickem rotem Kreuz verkaufen. Das Bedürfnis, die Unsicherheit des kreativen Daseins zu bekämpfen, kennt jede Kreative.

 

Deswegen ist es wichtig, dir immer wieder vor Augen zu führen:

Beim kreativen Schreiben gibt keine Erfolgsgleichung.

 

 

Was erfolgreiche KReative Anders machen

Trotzdem schaffen es einige Kreative, dran zu bleiben und zu Papier zu bringen, was sie zu sagen haben.

 

Sie lassen  sich nicht abschrecken und entscheiden sich für ein kreatives Dasein. Diese Kreativen machen ganz bestimmte Dinge anders als der Rest. Deswegen verschaffen sie sich Anerkennung für ihre kreative Arbeit

 

Mit diesen drei Tricks erfolgreicher Kreativer kannst auch du kreativ schreiben:

1.) Erfolgreiche Kreative suchen den Austausch mit anderen Kreativen

 

Bill Gates: “Wir alle brauchen Menschen, die uns Feedback geben. Nur so können wir lernen.”

Am einfachsten geht das über eine Gruppe Gleichgesinnter. Diese Kreativen verstehen die Schwierigkeiten, mit denen du zu kämpfen hast. Sie können dich motivieren, dran zu bleiben und feiern mit dir die Erfolge, die sonst nur du sehen kannst.

Ganz ehrlich, der regelmäßige Besuch einer Schreibgruppe war und ist für mich eines der wichtigsten Werkzeuge in meinem Werkzeugkoffer. Nicht nur, dass ich eine Gruppe habe, die mir hilft, diszipliniert an meinem Projekt zu arbeiten, ich lerne auch die Arbeit anderer Kreativer kennen.

Schon wegen des kreativen Austausches lohnt sich so eine Schreibgruppe.

 

2.) Erfolgreiche Kreative arbeiten für den Prozess, nicht für das Endergebnis.


Stephen King: “Ich schreibe für das Schreiben, das Endprodukt interessiert mich nicht so sehr.”

Wenn du vor allem das Ziel im Blick hast, z.B. "Meinen ersten Roman schreiben", ist es sehr leicht, den Weg dorthin aus den Augen zu verlieren.

Erfolgreiche Kreative haben daher eine andere Taktik. Sie schreiben, um zu schreiben. Wenn dabei an einem Tag eine Szene gelingt, sehr gut! Wenn am nächsten Tag eine schlechte Szene entsteht - auch gut!

Es geht nicht darum, besonders gut zu schreiben oder besonders aufregend oder besonders neu. Das Wichtigste ist: viel zu schreiben. Am Anfang wirst du vieles produzieren, das vielleicht zurecht niemals veröffentlicht wird.

 

Erst wenn du das Schreiben als stetigen Prozess begreifst, in dem das Wichtigste ist, viel zu schreiben, kannst du ein Endergebnis erreichen.

3.) Erfolgreiche Kreative haben eine Schreibroutine

Neil Gaiman:
“Schreib auch, wenn du davon überzeugt bist, dass jedes Wort, das du schreibst, fürchterlich ist. Dein Gefühl von Inspiration ist subjektiv. Wenn du dir dein Werk später noch einmal anschaust, wirst du den Unterschied zwischen den Stücken, die dir wie Geschenke der Götter aus den Fingern getropft sind und den Stücken, die dir wie ein Alptraum vorkamen und die du nur irgendwie aufs Papier kriegen wolltest, nicht mehr erkennen können.”

Der wichtigste Schritt, um kreativ schreiben zu lernen, ist, dich hinzusetzen und zu schreiben.

Verlass dich dabei nicht auf deine Motivation. Die wird manchmal vorhanden sein, manchmal nicht. Mit dieser Start-Stop-Technik kostet es dich jedes Mal ungeheure Energie, kreativ zu schreiben.

Wenn du eine Schreibroutine entwickelst, umgehst du die Motivation. Du setzt dich hin und schreibst, selbst wenn dir nicht danach ist - eben weil es eine Routine ist.

Wenn du mehr darüber wissen möchtest, wie du eine Schreibroutine entwickeln kannst, lade dir hier deinen kostenlosen 3-Schritte Kreativitätsplan herunter.

 

Mit diesen Tricks erfolgreicher Kreativer kannst du die größten Schwierigkeiten in der kreativen Arbeit umgehen.

 

Bonustipp, den du sofort umsetzen kannst

Psychologen haben herausgefunden, dass du dich auch selbst für gelungene Arbeit belohnen kannst. Besonders wichtig ist das, wenn es keine feste Belohnungsstruktur gibt. Die Belohnung darf dann auch eine Kleinigkeit sein, Hauptsache, du belohnst dich bewusst.

 

Meine eigene Belohnung nach getaner Schreibarbeit ist ein köstlicher Tee, den ich ganz in Ruhe auf dem Sofa genieße. So erschaffe ich einen Moment, in dem ich über die getane Arbeit nachdenken und ein bisschen stolz sein kann.

 

Was machst du, um dich für Arbeit an deinem kreativen Projekt zu belohnen? Schreib es in die Kommentare oder schick mir eine Email, ich lese jede Antwort!

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Kommentare: 4
  • #1

    Hedwig Neven DuMont (Dienstag, 14 November 2017 09:38)

    Danke habe schon wieder gelernt!! Deine Feedbacks zu lesen lohnt sich, selbst wenn einen ein "voller" Tag erwartet!
    Liebe Gedanken und herzliche Grüße
    Hedwig

  • #2

    Jo Hagen (Dienstag, 14 November 2017 10:30)

    Danke! Es macht Mut, auch zu schreiben, wenn man das Gefühl hat, die Idee oder der Schreibfluss läuft nicht rund. Später kann man immer noch Spreu vom Weizen trennen.

  • #3

    Andrea Laska (Dienstag, 14 November 2017 10:56)

    Danke für Deine Tips, die mich daran erinnern, dass Schreiben keine Hexerei ist, sondern eine Arbeit, die man mit Lust und Leidenschaft tun kann.

  • #4

    Renate (Dienstag, 14 November 2017 13:34)

    Liebe Hedwig, lieber Jo, liebe Andrea,
    danke für Eure Rückmeldungen.
    Es ist wichtig, dass Ihr das Schreiben als solches einfach genießen könnt und wenn dann noch Erfolg winkt, umso besser.
    Ich weiß ja, dass Du, liebe Hedwig, im neuen Jahr Deinen Krimi herausbringst.
    Und Ihr anderen beiden, Jo und Andrea, werdet bestimmt Euer tolles Projekt demnächst bei einem Verlag unterbringen. Da bin ich von überzeugt. Bleibt einfach dran mit dem Schreiben.
    Liebe und kreative Grüße
    Eure Renate